Abschlussarbeiten Saison 2023 und Neues aus der Präparation

 

Nach den zum Tag des Geotops 2023 gezeigten Fortschritten im Abbau der Lithoeinheit

(LE) 3 präsentiert sich nun seit Dezember 2023 auch ein saniertes Geländer im Außenbereich der Grabung und bietet wieder den erforderlichen Halt. Neben dem Grabungsteam selbst kommt auch die bestehende Infrastruktur in die Jahre und verlangt an mancher Stelle nach Erhaltung. Sei es ein Anstrich der Grabungshütte, die Reparatur der Sanitäranlage oder einfach nur die Grünpflege. Dazu werden noch Aufwendungen zur Beseitigung von Schäden durch Vandalismus erforderlich, von dem kürzlich unser „Infostamm“ an der Glockenstraße betroffen war. Nicht immer einfach, denn Personal ist rar: Derzeit fehlen noch Volontäre und Freiwillige gleichermaßen. Besonders letztere unterstützten uns in der Vergangenheit immer wieder bei den vielen alltäglichen Arbeiten rund um die Grabung – an dieser Stelle nochmals besten Dank! Unser Dank schließt auch Helfer, Kollegen und Firmen ein, die uns in den verschiedensten Projekten unkomplizierte Ansprechpartner geworden sind. So auch bei der Umgestaltung unserer Forschungs- und Präparationsstätte. Dort schreitet die Gebäudesanierung voran und tangiert zunehmend unsere Arbeitsräume – alles bei laufendem Betrieb. Das verlangt neben Präsenz vor Ort auch Weitblick aller Beteiligten und bedeutet einen organisatorischen Spagat zwischen Forschungsarbeit und Bauausführung, der mit Blick auf die künftigen Arbeitsbedingungen aber zunehmend leichter fällt. Und so entstehen „nebenher“ Fossilrekonstruktionen, Dünnschliffpräprate, Abformungen oder auch Fotoaufnahmen am Mikroskop. Letztere sind nicht immer problemlos zu bekommen, zwischen all den Schacht-, Abbruch- und Rammarbeiten. Dennoch wollen wir die Forschungen an den aktuellen Funden aufrecht erhalten, beispielsweise um die Anforderungen an den Grabungsprozess der kommenden Saison zu definieren. Konkret heißt das: Probenumfang und -bedarf zu klären, mögliche Raritäten zu erkennen, Dokumentationsaufwand festzulegen oder relevante Arbeitsbereiche abzustecken. Auch gilt es, sich dem Charakter der Fossilablagerung weiter anzunähern und an Besucher, Studenten und Wissenschaftler zu vermitteln. Die laufende Forschungsarbeit an unseren gegabelten Nadelblättern bringt derzeit neue Erkenntnisse. Trotz einer sehr differenzierten Erhaltung, meist in Form von braun gefärbten Abdrücken oder grünen, mineralisch ersetzten Blattstrukturen, lassen sich einige Merkmale noch relativ gut erfassen. Blattlänge und -breite sowie Gestalt, Morphologie und Gabelungswinkel sprechen für das Laub einer krautigen Konifere – vergleichbar Dicranophyllum hallei Remy et Remy. In der Präparationswerkstatt gelang es Evgeny, ein nahezu komplettes Blatt auf knapp 30 Zentimetern Länge freizulegen. Dieses lässt jedoch, so wie durch diverse andere Blattfragmente bereits angedeutet, eine zweifache Gabelung erkennen – für D. hallei eher ungewöhnlich. In der Literatur wird dazu auf Oppenauer Funde (Schwarzwald) unter der Bezeichnung D. benneckeanum Sterzel hingewiesen. Für weiterführende Vergleiche sind derzeit An- bzw. Dünnschliffe zum Querschnitt der Blätter in Arbeit. Erste Aufnahmen hierzu lassen ein rhombisches Profil vermuten. Noch fehlen in unseren Grabungsfunden klare Belege der zugehörigen, bis zu 3 Meter hohen Stammachsen, einschließlich ihrer ansitzenden männlichen und weiblichen Zapfen. Eigentlich sollten sich diese in der Nähe der eingelagerten Belaubung finden lassen, jedoch ist der Holzmantel eines solchen „Stämmchens“ im Verhältnis zu dessen Markraum sehr klein. Es bleibt fraglich, ob sich diese Pflanzenachsen in unseren Ablagerungen finden. Darauf wird in der kommenden Grabungssaison verstärkt der Fokus der Feldarbeiten liegen. Diesbezüglich wird die stichpunktartige Florenliste auch bildhaft ergänzt, um sie künftigen Praktikanten als Arbeitshilfe an die Hand zu geben.

 

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